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Aktuelle Bürgerinformationen

Hier findest du Informationen zu den aktuellen Ereignissen, Projekten oder Bürgerinitiativen
der Stadt Tann (Rhön) und des Gemeindeverwaltungsverbandes Ulstertals.

Einbringung des Haushaltes 2026

 

Haushaltsrede des Bürgermeisters Matthias Gelbe

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen in der Stadtverordnetenversammlung,
verehrte Mitglieder des Magistrats,
lieber Herr Stadtverordnetenvorsteher Witzel,

heute Abend ist für mich ein ganz besonderer Moment. Es ist meine erste Haushaltsrede als Bürgermeister der Stadt Tann (Rhön). Die Zahlen, über die wir heute sprechen, sind nicht nur Spalten und Zeilen, sondern sie stehen für unseren gemeinsamen Weg in den nächsten Jahren – für Kitas und Feuerwehren, für unsere Straßen, unsere Dörfer, unser Ehrenamt und für die Frage, wie handlungsfähig wir als Stadt in schwierigen Zeiten bleiben.​

Bevor ich auf Inhalte und Zahlen eingehe, möchte ich von Herzen Danke sagen. Zuerst Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung. Wir haben in diesem Herbst sehr intensiv, offen und konstruktiv zusammengearbeitet, um diesen Haushalt 2026 gemeinschaftlich vorzubereiten – mit Informationsabenden, langen Runden, vielen Rückfragen und ehrlichen Diskussionen.​

Mein Dank gilt auch dem gesamten Team der Stadtverwaltung. Ein Haushalt entsteht nicht im stillen Kämmerlein, sondern ist die Summe vieler Zuarbeiten aus allen Bereichen – von der Kämmerei über Bauhof und Bauabteilung bis hin zu Personal, Ordnungsamt und Tourismus. Viele Kolleginnen und Kollegen haben zusätzlich zu ihrem Tagesgeschäft Tabellen gefüllt, Prognosen überprüft, Einsparpotenziale gesucht und neue Fördermöglichkeiten ausgelotet.​

Ganz besonders möchte ich heute unseren Kämmerer Steffen Sauer hervorheben. Eine „normale“ Haushaltsaufstellung ist schon anspruchsvoll genug, aber gemeinsam mit einem neuen Bürgermeister, unter veränderten Rahmenbedingungen, mit laufenden Aufgaben aus dem Gemeindeverwaltungsverband und im engen Zeitkorsett – das ist eine echte Mammutaufgabe. Steffen hat die Fäden zusammengehalten, die Zahlen in unzähligen Varianten durchgerechnet, zahlreiche Überstunden geleistet und alles so aufbereitet, dass wir sachgerecht beraten konnten und können. Das ist keine Selbstverständlichkeit – dafür ein ganz aufrichtiges Dankeschön.​
 

„Wo kommen wir her?“ – wirtschaftliche Lage

Bevor wir auf Tann schauen, lohnt ein kurzer Blick auf die Lage in Deutschland und in Hessen.

Die wirtschaftliche Situation bleibt angespannt. Wir haben es mit schwachem Wachstum, hohen Kosten, einer nachwirkenden Inflation, teurer Energie und einem spürbaren Fachkräftemangel zu tun. Das alles trifft Bund, Länder und Kommunen – und damit am Ende auch uns hier vor Ort.​

Gerade die Kommunen geraten zunehmend unter Druck. Die Steuereinnahmen wachsen nur verhalten oder stagnieren, während die Ausgaben deutlich steigen: für Personal, soziale Leistungen, Kinderbetreuung, Infrastrukturunterhaltung und den Schuldendienst. Die Botschaft ist klar: Wenn sich nichts ändert, werden wir Standards und Aufgaben kritisch hinterfragen müssen – nicht, weil wir es wollen, sondern weil die Realität uns dazu zwingt.​

Der Kommunalbericht 2025 des Hessischen Rechnungshofs bringt das sehr deutlich auf den Punkt: Vier von fünf hessischen Kommunen weisen mittlerweile ein Finanzierungsdefizit auf. Die bereinigten Einnahmen der Kernhaushalte stiegen 2024 um rund 600 Millionen Euro, die Ausgaben gleichzeitig aber um 2,5 Milliarden Euro – mehr als das Vierfache. Die Schulden der Kernhaushalte liegen bei 16,7 Milliarden Euro, hinzu kommen über 40 Milliarden Euro in ausgelagerten Bereichen.​

Das heißt: Wir haben kein klassisches Einnahmenproblem, sondern vor allem ein Ausgaben- und Aufgabenproblem – bei uns, aber ebenso bei Bund und Land. Und gleichzeitig gilt der Satz: Wer bestellt, muss auch bezahlen. Wenn Bund oder Land neue Aufgaben definieren oder Standards anheben, darf das nicht dauerhaft einseitig auf dem Rücken der Kommunen ausgetragen werden.​

 

„Was bedeutet das für Tann?“ – Rahmenbedingungen vor Ort

Diese Rahmenbedingungen treffen auch uns in Tann. Der Vorbericht zum Haushalt 2026 spricht eine klare Sprache: Die Finanzausstattung der hessischen Kommunen verschlechtert sich in den nächsten Jahren deutlich, gleichzeitig verteuern sich unsere Pflichtaufgaben erheblich.​

Wir gehen von stagnierenden Steuereinnahmen aus, während zentrale Ausgabenblöcke wachsen – allen voran die Kreis- und Schul-umlagen an den Landkreis , die Zuschüsse zu den Kindergärten und der öffentliche Personennahverkehr. Dazu kommen Effekte aus der Grundsteuerreform über den kommunalen Finanzausgleich, die gerade ländliche Kommunen wie Tann besonders treffen.​

Anfang November haben wir im Kreis der Mandatsträger offen darüber gesprochen, dass ein Haushaltsausgleich 2026 nur mit harten Einschnitten und moderaten Steuererhöhungen möglich ist. In der zweiten gemeinsamen Sitzung Ende November haben Magistrat und Stadtverordnete dann gemeinsam entschieden, an welchen Stellen wir kürzen und dass wir eine Hebesatzerhöhung auf 400 v.H. bei Grundsteuer A, Grundsteuer B und Gewerbesteuer vorschlagen wollen.​

 

„Wie sieht der Ergebnishaushalt 2026 aus?“

Schauen wir zunächst auf den Ergebnishaushalt 2026, also auf Erträge und Aufwendungen.

Der Gesamtergebnishaushalt weist ein ordentliches Ergebnis von minus 309.500 Euro aus. Ein außerordentliches Ergebnis ist nicht veranschlagt.

Gegenüber der Planung 2025 verbessert sich das ordentliche Ergebnis damit um rund 104.000 Euro, aber es bleibt klar negativ. Zum 31.12.2024 steht uns eine Rücklage aus ordentlichem Ergebnis in Höhe von etwas mehr als 400.000 Euro und aus außerordentlichem Ergebnis von ca. 350.000 Euro zur Verfügung – aus der außerordentlichen Rücklage soll das Defizit 2026 ausgeglichen werden.​ Dies hat uns das Land Hessen ermöglicht.

Die Entwicklung der kommenden Jahre zeigt, wie ernst die Lage ist: Für 2027, 2028 und 2029 sind weitere Fehlbeträge im ordentlichen Ergebnis von jeweils um die 500.000 Euro eingeplant. Das heißt: Wenn wir heute nichts strukturell verändern, zehren wir unsere Rücklagen spätestens im Jahr 2027 auf.​

 

„Woher kommen unsere Einnahmen?“

Lassen Sie uns die Ertragsseite des Haushalts 2026 kurz in die wichtigsten Blöcke aufteilen.

Die ordentlichen Erträge steigen gegenüber 2025 um 648.055 Euro auf insgesamt 11.746.621 Euro. Sie setzen sich – ohne interne Leistungsverrechnung – im Wesentlichen so zusammen:​

  • Privatrechtliche Leistungsentgelte: 142.440 Euro – das sind zum Beispiel Mieten, Pachten, Eintrittsgelder fürs Schwimmbad und Erlöse aus Holzverkauf.​
  • Öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte: 1.543.050 Euro – Verwaltungsgebühren und Benutzungsgebühren, vor allem im Bereich Wasser/Abwasser und Verwaltung.​
  • Kostenersatzleistungen und -erstattungen: 275.175 Euro – insbesondere Erstattungen vom Gemeindeverwaltungsverband Ulstertal.​
  • Steuern und steuerähnliche Erträge: 5.228.356 Euro – das ist unser größter Ertragsblock.​
  • Transferleistungen nach Familienleistungsgesetz: 132.675 Euro.​
  • Zuweisungen und Zuschüsse für laufende Zwecke sowie allgemeine Umlagen: 3.460.529 Euro – hier sind insbesondere die Schlüsselzuweisungen des Landes mit 2.777.946 Euro enthalten.​
  • Erträge aus der Auflösung von Sonderposten (Investitionszuschüsse): 687.171 Euro.​
  • Sonstige ordentliche Erträge: 242.125 Euro, u.a. Konzessionsabgabe Strom mit 120.000 Euro.​

Besonders hervorheben möchte ich die Steuern. Der Ansatz von 5.228.356 Euro ist unsere größte einzelne Einnahmequelle. Darin enthalten sind unter anderem:​

  • Gemeindeanteil an der Einkommensteuer: 2.210.386 Euro, ein Plus von rund 97.000 Euro.​
  • Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer: 261.770 Euro, ein Plus von gut 48.000 Euro.​
  • Grundsteuer A: 57.500 Euro, hier sehen wir einen Rückgang, weil die Bewertungsgrundlagen sich deutlich durch Gesetzesänderungen in die Grundsteuer B verschoben haben.​
  • Grundsteuer B: 912.500 Euro, ein Plus von 159.500 Euro – maßgeblich durch die geplante Hebesatzerhöhung.​
  • Gewerbesteuer: 1.722.200 Euro, leicht rückläufig gegenüber 2025.​

Unter dem Strich ist die Entwicklung bei Steuern und Zuweisungen positiv – aber: Die Mehrerträge werden mehr als aufgezehrt durch steigende Ausgaben und Umlagen. Genau das ist die Herausforderung unseres Haushalts 2026.​

 

„Wofür geben wir Geld aus?“

Auf der Aufwandsseite steigen die ordentlichen Aufwendungen gegenüber 2025 um 540.889 Euro auf insgesamt 12.056.121 Euro. Die wichtigsten Blöcke sind:​

  • Personalaufwendungen: 2.443.015 Euro – ein Plus von 136.350 Euro.​
  • Versorgungsaufwendungen: 215.341 Euro – leicht rückläufig um 5.780 Euro.​
  • Sach- und Dienstleistungen: 2.692.942 Euro – ein Plus von 157.443 Euro.​
  • Abschreibungen: 1.217.265 Euro – leicht rückläufig.​
  • Zuweisungen und Zuschüsse sowie besondere Finanzaufwendungen: 1.310.050 Euro – plus 33.100 Euro.​
  • Steueraufwendungen und Umlagen: 3.971.838 Euro – plus 174.838 Euro.​
  • Sonstige ordentliche Aufwendungen: 16.400 Euro.​

Die Personalkosten steigen, obwohl der Stellenplan im Wesentlichen unverändert bleibt. Ursache sind die tarifliche Lohnerhöhung von 3 Prozent, Erfahrungsstufensteigerungen und Anhebungen bei Beamtenbezügen. Damit liegen die Personalkosten bei rund 20,26 Prozent der Gesamtaufwendungen. Parallel dazu wächst der Aufgabenberg, die Bürokratie nimmt zu – eine Entlastung ist nicht in Sicht.​

Besonders ins Auge fallen die Umlagen: Kreisumlage mit 2.173.979 Euro, Schulumlage mit 1.244.509 Euro, Gewerbesteuerumlage 152.500 Euro, Heimatumlage 95.000 Euro, Verbandsumlage GVV Ulstertal 269.050 Euro und weitere Umlagen. Zusammen macht das knapp 4,0 Millionen Euro, die wir aus unseren Einnahmen abführen müssen.​

 

„Der GVV Ulstertal – Zusammenarbeit stärkt uns“

Seit 2019 arbeiten wir im Gemeindeverwaltungsverband Ulstertal eng mit Hilders und Ehrenberg zusammen. Aufgaben wie Standesamt, Personalverwaltung, IT und zunehmend auch Finanzthemen – insbesondere die Kämmererfunktion – werden dort gemeinsam organisiert.​

Im Haushalt 2026 spiegelt sich das auf zwei Seiten wider: Einerseits erhalten wir Erstattungen für Personalgestellungen an den Verband in Höhe von 182.825 Euro, andererseits leisten wir Verbandsumlagen von 269.050 Euro. Der Saldo ist negativ, aber die interkommunale Zusammenarbeit ermöglicht es uns, Aufgaben qualitativ gut und dauerhaft zu bewältigen, die wir alleine auf Dauer kaum stemmen könnten – gerade angesichts des Fachkräftemangels und der zunehmenden Komplexität.​

 

„Warum schlagen wir eine Hebesatzerhöhung vor?“

Ein Kernpunkt in diesem Haushalt ist die vorgeschlagene Hebesatzerhöhung auf 400 v.H. für Grundsteuer A, Grundsteuer B und Gewerbesteuer. Diesen Schritt schlage ich Ihnen ganz bewusst nicht leichtfertig vor.​

Wir haben zuerst gespart: Instandhaltungsansätze wurden gekürzt, insbesondere im Bereich Straßen und Feldwege; praktisch alle Einzelprojekte im Unterhaltungsbereich wurden gestrichen. Auch in anderen Bereichen wurden Einschnitte vorgenommen, Projekte verschoben oder in kleinerem Umfang geplant. Trotzdem stehen wir mit einem Defizit von 309.500 Euro da, das nur durch Rücklagen ausgeglichen werden kann.​

Ohne Hebesatzerhöhung würden wir unsere Rücklagen deutlich schneller aufbrauchen und 2027 in eine Situation kommen, in der kaum noch Reserven zur Verfügung stehen. Wir brauchen aber genau diese Puffer, um auf Unvorhergesehenes reagieren zu können – etwa auf weitere Kostensteigerungen in der Kinderbetreuung, bei Energie oder durch neue gesetzliche Anforderungen.​

Klar ist auch: Die Steuermehreinnahmen landen nicht eins zu eins bei uns. Über den kommunalen Finanzausgleich und verschiedene Umlagen werden Teile dieser Mehreinnahmen wieder relativiert. Trotzdem verbessert die Hebesatzerhöhung unsere eigene Einnahmebasis und ist damit ein wichtiger Baustein, um handlungsfähig zu bleiben und nicht noch härter bei den freiwilligen Leistungen kürzen zu müssen.​

Ich möchte heute sehr offen sagen: Niemand von uns hebt gerne Steuern an. Aber es ist verantwortungsvoller, jetzt einen klar begründeten, nachvollziehbaren Schritt zu gehen, als in zwei oder drei Jahren vor noch schmerzhafteren Entscheidungen zu stehen, wenn die Rücklagen weitgehend aufgebraucht sind.​

 

„Wie steht es um unsere Liquidität?“ – Finanzhaushalt

Der Finanzhaushalt zeigt, was mit unserem Zahlungsmittelbestand passiert. Aus der laufenden Verwaltungstätigkeit erzielen wir 2026 Einzahlungen von 18.889.529 Euro bei Auszahlungen von 19.176.110 Euro – daraus ergibt sich ein Zahlungsmitteldefizit aus der laufenden Verwaltung von -286.581 Euro.​

Dem gegenüber steht ein deutlicher Zahlungsmittelbedarf aus Investitionstätigkeit: Einzahlungen aus Investitionszuschüssen und -beiträgen in Höhe von 4.275.744 Euro stehen Auszahlungen für Investitionen von 7.872.580 Euro gegenüber. Der Saldo aus Investitionstätigkeit liegt damit bei –3.596.836 Euro.​

Zur Finanzierung sind Kredite in Höhe von 3.596.000 Euro vorgesehen, Tilgungen betragen 501.465 Euro, darunter auch Raten an die Hessenkasse. Zusammengenommen ergibt sich für 2026 ein geplanter Zahlungsmittelrückgang von –286.581 Euro. Der rechnerische Endbestand an Zahlungsmitteln zum 31.12.2026 liegt bei –454.832 Euro, der über ungebundene Liquidität abgedeckt werden muss.​

Das ist ein deutliches Signal: Die Luft wird dünner. Wir können 2026 noch aus der vorhandenen Liquidität decken – aber die mittelfristige Planung zeigt weitere Rückgänge, wenn wir nicht gegensteuern.​

 

„Worin investieren wir 2026?“ – unsere Schwerpunkte

Trotz aller Herausforderungen investieren wir auch 2026 ganz bewusst in die Zukunft unserer Stadt. Das Investitionsvolumen liegt bei 7.872.580 Euro, dem stehen 4.275.744 Euro an Investitionseinzahlungen gegenüber.​

Einige wichtige Schwerpunkte:

1. Brandschutz

  • Neubau Feuerwehrgerätehaus Am Kuhleich mit 6.550.000 Euro, davon ca. 1.500.000 Euro Fördermittel.
  • Anbau Feuerwehrgerätehaus Lahrbach mit 1.755.000 Euro, davon 456.890 Euro Fördermittel, 1.298.110 Euro Eigenanteil.​
  • Ersatzbeschaffung TSF-W Lahrbach mit 105.000 Euro, davon 31.500 Euro Förderung.​
  • Weitere Geräte und Ausstattungen für unsere Feuerwehren.​

Diese Maßnahmen sichern die Leistungsfähigkeit unserer Feuerwehr und sind auch ein klares Zeichen der Wertschätzung für das Ehrenamt.​

2. Dorfentwicklung und IKEK

  • Modernisierung des Museumsdorfs: 1.089.540 Euro davon 732.464 Euro Förderung
  • Neugestaltungen der Spielplätze in Günthers und Oberrückersbach.​
  • Aufwertung der Dorfmittelpunkte in Dippach und Wendershausen.​
  • Aufwertung der Außenanlage DGH Lahrbach, Maßnahmen am DGH Theobaldshof, Konzept Rhönhalle.​

Diese Projekte stärken unsere Stadtteile, schaffen attraktive Treffpunkte und unterstützen die Lebensqualität in allen Ortsteilen.​

3. Radwege und Straßen

  • Radweg Lahrbach–Hundsbach: 635.400 Euro, Förderung 473.224 Euro.​
  • Radweg Lahrbach–Aura: 632.000 Euro, Förderung 553.750 Euro.​
  • Radwegeinfrastruktur Klimaschutz mit 835.000 Euro, vollständig förderfähig.​
  • Gehwegsanierung Rhönstraße im Zuge der B278, und weitere straßenbauliche Maßnahmen mit sehr hoher Förderquote.​

Gleichzeitig mussten wir im laufenden Unterhalt der Straßen und Feldwege deutlich kürzen – wir konzentrieren uns auf wenige, förderintensive Maßnahmen und sichern damit zumindest an Schlüsselstellen die Qualität der Infrastruktur.​

4. Wasser, Abwasser, Schwimmbad

  • Grundhafte Sanierung von Wasserwerken und Pumpen: 150.000 Euro plus weitere Maßnahmen.​
  • Neubau eines Sandfangs und Rechens an der Kläranlage Günthers mit ca. 1.600.000 Euro.​
  • Maßnahmen im Schwimmbad im Rahmen des Programms SWIM 2025 mit 40.000 Euro, davon 28.000 Euro Fördermittel.​

Daseinsvorsorge ist Kernaufgabe der Kommune – hier investieren wir auch in schwierigen Zeiten.​

 

„Ist der Haushalt 2026 schon Konsolidierung?“

Ja, dieser Haushalt enthält bereits deutliche Konsolidierungsschritte. Wir haben:

  • Instandhaltungsbudgets für Straßen und Feldwege reduziert und praktisch alle Einzelprojekte gestrichen.​
  • In mehreren Produktbereichen Budgets gekürzt oder auf ein Minimum beschränkt.​

Trotzdem bleibt ein Defizit von 309.500 Euro, das aus Rücklagen gedeckt werden muss. Ein formales Haushaltssicherungskonzept ist noch nicht erforderlich – aber der Blick auf die mittelfristigen Zahlen zeigt, dass wir uns keine Illusionen machen dürfen: Wenn wir nicht weiter priorisieren und Strukturen anpassen, stoßen wir nach der Kommunalwahl im März und der darauffolgenden Legislaturperiode an harte Grenzen.​

 

„Was brauchen wir für die Zukunft?“

Was heißt das alles für die kommenden Jahre? Aus Sicht unserer Stadt heißt es:

Wir müssen weiter konsequent priorisieren, wo wir investieren – Brandschutz, Kinderbetreuung, Daseinsvorsorge und zentrale Infrastruktur haben Vorrang.​

Wir müssen unsere Kooperationen stärken – im GVV Ulstertal, mit dem Landkreis und mit dem Land Hessen.​

Wir brauchen auf Landes- und Bundesebene verlässliche Rahmenbedingungen, die kommunale Finanzen langfristig tragfähig machen.​

Tann steht mit diesen Herausforderungen nicht allein. Der Kommunalbericht 2025 zeigt, dass vier von fünf hessischen Kommunen defizitär sind. Gemeinsam mit anderen Städten und Gemeinden, mit dem Landkreis und dem Land müssen wir darauf hinwirken, dass Kommunen nicht nur Verwalter von Aufgaben, sondern ernst genommenen Partner in der Finanzpolitik bleiben.​

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

dieser Haushalt 2026 ist kein Wohlfühlhaushalt. Er ist ehrlich, er ist eng, er ist geprägt von Einschränkungen – und doch enthält er wichtige Weichenstellungen in die Zukunft: starke Investitionen in Brandschutz, Dorfentwicklung, Radwege, Wasser und Abwasser und Freibad.​

Die vorgeschlagene Hebesatzerhöhung ist ein schmerzhafter, aber notwendiger Schritt, um auch 2027 noch handlungsfähig zu sein und unser Rückgrat – die kommunale Infrastruktur und unser Ehrenamt – nicht zu gefährden.​

Ich werbe heute ausdrücklich um Ihre Zustimmung zu diesem Haushalt und zur Hebesatzerhöhung. Lassen Sie uns den Weg, den wir als Gremien gemeinsam in den letzten Wochen vorbereitet haben, auch gemeinsam gehen – offen, ehrlich und mit dem klaren Ziel, Tann (Rhön) auch in schwierigen Zeiten gut durch diese Jahre zu führen.​

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich auf die weiteren Beratungen in den Ausschüssen und der Stadtverordnetenversammlung am 27. Februar 2026.