IGLU informiert: Grundwasserschutz im Wasserschutzgebiet Schlitzenhausen der Stadt Tann (Rhön)

Häufige Probleme bei der Trinkwassergewinnung sind Nitratbelastungen. Sie lassen sich nie vollständig ausschließen, sind aber in hohen Konzentrationen gesundheitsschädlich. Die Nitratwerte der Brunnen im WSG Schlitzenhausen/Tann liegen alle unter dem Grenzwert von 50 mg/l, also gesundheitlich vollkommen unbedenklich.

Da vor 10 Jahren in beiden Brunnen ein ansteigender Trend zu beobachten war hat die Stadt Tann frühzeitig reagiert und ist mit den im Wasserschutzgebiet wirtschaftenden Landwirten eine Kooperation eingegangen, damit auch in Zukunft die Qualität des Trinkwassers erhalten bleibt.

Diese Kooperationsvereinbarungen gehen über die Anforderungen der ordnungsgemäßen Landbewirtschaftung, also auch der Düngeverordnung, hinaus. Um die Landwirte bei der Umsetzung der entsprechenden Grundwasserschutzmaßnahmen zu unterstützen, wurde die Ingenieurgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt (IGLU) mit der Zusatzberatung Trinkwasserschutz beauftragt.

Basis für die Sicherung der Wasserqualität ist die genaue Kenntnis der Böden des Wasserschutzgebietes. Zu diesem Zweck wurde eine Kartierung durchgeführt, welche die Böden hinsichtlich Ihrer Wasserspeicherkapazität beschreibt.

In einem weiteren Schritt wurde ein Arbeitskreis zwischen den Wassergewinnern und den Landwirten eingerichtet, in dem die Stadt Tann (Rhön) und 9 Vertreter der Landwirte, außerdem das Ingenieurbüro IGLU und das Regierungspräsidium Kassel vertreten sind. Die Mitglieder dieses Arbeitskreises erarbeiteten Nutzungsauflagen, welche eine trinkwasserschutzorientierte Bewirtschaftung sicherstellen sollen. In diesem Zusammenhang steht den Landwirten durch die Ingenieurgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt eine Spezialberatung zur Verfügung.

Auf die Nutzung kommt es an

Zwischenfruchtanbau

Nach der Ernte werden im Sommer Zwischenfrüchte angebaut, die Nitratreste aus dem Boden aufnehmen und über den Winter vor der Verlagerung in das Grundwasser schützen.

Düngeberatung

Die Düngeberatung wird in Hinblick auf das zu erzielende Ertragsniveau durchgeführt. Diese wird durch Ergebnisse von Bodenuntersuchungen und Bestandsuntersuchungen untermauert.

Sperrzeiten

Die Landwirte haben sich verpflichtet über einen längeren Zeitraum als gesetzlich gefordert auf Gülleausbringung zu verzichten. Außerdem reduzieren sie die Güllemenge, die pro Jahr auf den Feldern ausgebracht wird.

Die dargestellten Beispiele zeigen nur einen Teil der Maßnahmen, die zum Schutze des Trinkwassers im Wasserschutzgebiet Schlitzenhausen umgesetzt werden. Durch das Engagement von Wassergewinnern und Landwirten wird somit die Qualität des Lebensmittels Wasser für alle Konsumenten sichergestellt. Strenge, regelmäßige Qualitätskontrollen machen Wasser zum bestüberwachten Lebensmittel.

Durch die freiwilligen Maßnahmen seitens der Landwirte, wie die reduzierte Ausbringung von Gülle auf den Flächen im Wasserschutzgebiet oder durch den Anbau von Zwischenfrüchten und durch die begleitende Zusatzberatung konnten die Nitratwerte in den Tiefbrunnen von 37 mg/l auf 27 mg/l (TB VII) bzw. von 26 mg/l auf 16 mg/l (TB VIb) innerhalb von 11 Jahren gesenkt werden.

Eine Senkung der Nitratwerte von jeweils 10 mg/l innerhalb von 11 Jahren stellt einen bemerkenswerten Erfolg dar, da es sich bei den Brunnen um Tiefbrunnen handelt, wo normalerweise Grundwasserschutzmaßnahmen erst nach 10 bis 15 Jahren wirksam werden.

In der Öffentlichkeit ist oft ein Bild der Landwirtschaft gezeichnet von „Landwirten die zu viel und zu verantwortungslos mit dem Dünger Gülle umgehen“ und somit das Trinkwasser belasten.

Mit der Kooperation für Landwirtschaft und Umwelt haben die beteiligten Landwirte eindrucksvoll das Bild widerlegt, sie gingen verantwortungslos mit dem Dünger und der Gülle um.


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